Ein paar Worte zu Stille Post

Stille Post ist ein künstlerisch archivarisches Projekt, das einen Raum für Briefe, Karten und Nachrichten an Verstorbene schafft. Ausgangspunkt ist die persönliche Erfahrung, dass es keinen festen Ort gibt, an den solche Briefe adressiert werden können, sowie die Beobachtung, dass Trauer, Verlust und das Bedürfnis nach fortgesetzter Kommunikation in unserer Gesellschaft nur wenige sichtbare oder zeitgemäße Formen finden.

Stille Post eröffnet einen Ort für Erinnerung und Kommunikation außerhalb funktionaler oder institutionalisierter Kontexte. Es lädt dazu ein, Schreiben als aktive Form des Erinnerns und der Vergegenwärtigung zu begreifen, ohne Erwartungshaltung, ohne Bewertung, ohne Druck.

So entsteht ein stiller Resonanzraum, der individuelle Stimmen sammelt, ohne sie zu vereinnahmen, und kollektive Erfahrungen von Verlust sichtbar macht, ohne sie zu normieren.


Wie funktioniert Stille Post?

Im Zentrum des Projekts steht ein offenes Postfach:

Stille Post
Postfach 21 05 13
10505 Berlin

Menschen können dort Briefe mit Gedanken, Erinnerungen oder Fragen an jene senden, die nicht mehr erreichbar sind. Die eingehenden Sendungen werden Teil eines wachsenden Archivs für unzustellbare Nachrichten.

Ein wesentliches Element von Stille Post ist die Selbstbestimmung der Schreibenden. Jede Person entscheidet selbst, wie mit ihrem Brief umgegangen wird:


Was geschieht mit den Briefen?

Neben ihrer Aufbewahrung bilden die Briefe die Grundlage eines fortlaufenden künstlerischen Prozesses, der unterschiedliche Formen annehmen kann, etwa eine Publikation, eine Ausstellung oder andere diskrete Präsentationsformate.

Jede Form der Sichtbarmachung folgt klaren ethischen Prinzipien: Wahrung der Intimität, Schutz der Anonymität und Respekt vor individuellen Formen des Trauerns.

Stille Post versteht sich ausdrücklich nicht als therapeutisches oder seelsorgerisches Angebot, sondern als künstlerischer und gesellschaftlicher Raum.


Über uns

Stille Post wurde von Lisa Thiel und Philipp Jäckel initiiert. Aus der geteilten Erfahrung, dass Erinnerung und Trauer oft keinen dauerhaften Raum finden und kein Verfallsdatum kennen, entstand der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem individuelle und ritualisierte Formen des Erinnerns Ausdruck finden können.


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Für Presseanfragen, Kooperationen oder Rückfragen freuen wir uns über eine Nachricht an:

kontakt@stillepost-projekt.org